Methode: Bilder
Wir leben in einer Welt der Bilder. Fotos und Filme umgeben uns ständig: Massenmedien, Werbung, Unterhaltung – das alles funktioniert nur mit Bildern. Eine solche Menge an Bildern wie heute hatten die Menschen der Vergangenheit in ihrem Leben nicht. Aber auch sie 'machten sich ein Bild von der Welt', z. B. auf Flugblättern, in Büchern und Gemälden.
Und auch in der Vergangenheit erzählten Menschen 'ihre Geschichte' gern mit Bildern. Nutzer von sozialen Netzwerken im Internet tun das heute auch.
1. Bilder und deren Aussageabsichten




Gemälde mit dem Titel: „Das sinn die ...“. Gemalt wurde es von Heinrich Brogsitter (Öl auf Karton, Trier 1995). Das Bild hängt im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Neben dem Bild steht auf einer Tafel: „Die von der Regierung geschickten Beamten kamen ohne Vorwarnung, um Menschen zu verhaften. Wie Heinrich Brogsitter im Bildtitel beschreibt, wurden die Beamten umgangssprachlich einfach nur 'die' genannt. Der Gefangenentransport wurde oft als 'der schwarze Rabe' bezeichnet. Die Beamten kamen in der Regel nachts, um ihre Opfer zu überraschen und ihnen keine Gelegenheit zur Flucht zu geben.“
Titel des Bildes: „Ernte in Glückstal“ (Fotoreproduktion, um 1912). Dieses Bild wird im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold gezeigt. Daneben steht folgende Erklärung: „Anfang des 20. Jahrhunderts gab es bereits Dreschmaschinen, die mit Dieselmotoren angetrieben wurden. Aber nicht jeder konnte sich eine solche moderne Maschine leisten. Deswegen schlossen sich benachbarte oder verwandte Bauern zu Gruppen zusammen. Diese Gruppen mieteten sich dann eine Dreschmaschine, um gemeinsam das Getreide zu dreschen.“
Eine Gruppe junger Leute trifft sich zu Zeiten der Sowjetunion im Freien, um den christlichen Glauben zu feiern: mit Gesang, Musik und biblischen Texten. Das Bild ist wahrscheinlich in den 1970er Jahren entstanden.
Abbildung eines Objekts im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Es handelt sich um eine Reisetasche, die ein Russlanddeutscher nutzte, um nach Deutschland überzusiedeln. Ist das ein Bild? Ein Bild vom Objekt? Oder bleibt es ein Objekt, auch wenn es fotografiert wurde?
© Heinrich Brogsitter · Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold, Inventarnummer: 2002/23. · Alle Rechte vorbehalten
© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold, Inventarnummer: 2017/578 · Alle Rechte vorbehalten
© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold · Alle Rechte vorbehalten
© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte · Alle Rechte vorbehalten
Bildebene
- 1Beschreibe die Elemente des Bildes und seine Gestaltung.
- 1.1erster Eindruck von dem Bild (Stimmung, Wirkung auf den Betrachter usw.)
- 1.2dargestellte Einzelheiten (Objekte, Personen, Symbole, Zeichen)
- 1.3Farbgestaltung (düster, hell, bunt usw.)
- 1.4Herstellungstechnik (Ölgemälde, Stich, Zeichnung, Fotografie usw.)
- 1.1
- 2Deute die Elemente des Bildes im Zusammenhang.
- 2.1Untersuche die Bildaufteilung (Nutzung von Bildzentrum und Bildrändern; Bildvordergrund und -hintergrund).
- 2.2Arbeite weitere Strukturen des Bildes heraus (Komposition der Elemente, Personenbeziehungen, Verhältnis von Personen, Objekten, Landschaften, Symbolen).
- 2.1
Ebene der Geschichte
- 1Sammle Informationen über Auftraggeber und Maler des Bildes.
- 2Formuliere die Absichten und Interessen des Auftraggebers
- 2.1Finde Informationen darüber, wie der Künstler sich zu seinem Werk geäußert hat.
Was sollte der Künstler zum Ausdruck bringen?
Hat er den Wünschen des Auftraggebers entsprochen? - 2.2Historische Sachverhalte einbeziehen: Prüfe das dargestellte historische Ereignis und ordne die dargestellten Personen, Objekte, Farben und Symbole diesem Ereignis zu.
Zum historischen Sachverhalt, in den das Bild gehört, zählen etwa:
- politische Umstände (Herrschaftszeiten von Fürsten usw.)
- Kriegszeiten und Friedensperioden
- Lebensumstände der Menschen
- Naturereignisse (Erdbeben, Überschwemmungen, Brände usw.)
- 2.1
- 3Werte und Einstellungen der Menschen einbeziehen
- 3.1religiöse, moralische, politische Überzeugungen
- 3.2Traditionen der Menschen
- 3.3Erfahrungen der Menschen
- 3.1
- 4Wirkung des Bildes auf die Zeitgenossen ermitteln
- 4.1Wer hat sich über das Bild geäußert?
- 4.2Was wurde dabei mitgeteilt?
- 4.1
- 5Gesamtaussage des Bildes formulieren
- 5.1Bringe die Botschaft des Bildes zum Ausdruck.
- 5.1
Ebene von Gegenwart und Zukunft
- 1Aussage des Bildes aus einem heutigen Verständnis heraus bewerten
- 1.1Beschreibe und beurteile Veränderungen der Werte und Einstellungen der Menschen.
- 1.2Bewerte die Botschaft des Bildes aus deiner heutigen Sicht.
- 1.1
Marcus Ventzke, Digitale Lernwelten GmbH
2. Untersuchung von Bildern





Bei diesem Bild wurde der Vordergrund besonders kenntlich gemacht ...
... und hier der Hintergrund.
Bilder haben eine 'Tiefe': In diesem Bild wird die Dramatik des Vordergrunds durch die Gebäude im Hintergrund noch gesteigert.
Hier wurde das Zentrum des Bildes deutlich gemacht ...
... und hier das Geschehen an den Rändern.
Maler nutzen die ihnen zur Verfügung stehende Fläche, um manche Ereignisse ganz besonders hervorzuheben. Der erste Blick des Menschen geht sehr oft in die Mitte eines Bildes. Daher hat der Maler die Möglichkeit, auf die Personen an dieser Stelle ein besonderes Gewicht zu legen. Weitere Schwerpunkte lassen sich an den Rändern setzen. Hier muss der Maler jedoch mit großflächigen Motiven arbeiten: Fahne, Pferd und Reiter.
Historiengemälde zur belgischen Revolution von 1830:
Große und teure Historiendarstellungen dieser Art hatten zumeist reiche und mächtige Auftraggeber. Diese wollten ihre Sichtweise auf bestimmte gesellschaftliche Ereignisse dargestellt haben.
Urheber: Égide Charles Gustave Wappers · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gustave_Wappers_-_Episode_of_the_September_Days_1830,_on_the_Grand_Place_of_Brussels_-_Google_Art_Project.jpg · PD
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3. Bilder und KI
4. Analyse einer Karikatur



„Aufbruch in den Westen“.
In den ersten Jahren nach der Einheit der beiden deutschen Staaten (1990 und folgende Jahre) haben deutsche politische Zeitschriften solche und ähnliche Titelbilder veröffentlicht. Die hier gezeigten Bilder sind eine KI-Inszenierung, die auf der Basis realer Zeitschriftentitel entstanden ist. Die Darstellung der Menschen lehnt sich an damalige reale Darstellungen an und wurde bewusst so wiedergegeben. Die Bilder dieser Zeitschriften haben eine stark verfremdende Absicht und Wirkung. Sind das Karikaturen?
„Andrang der Armen“.
In den ersten Jahren nach der Einheit der beiden deutschen Staaten (1990 und folgende Jahre) haben deutsche politische Zeitschriften solche und ähnliche Titelbilder veröffentlicht. Die hier gezeigten Bilder sind eine KI-Inszenierung, die auf der Basis realer Zeitschriftentitel entstanden ist. Die Darstellung der Menschen lehnt sich an damalige reale Darstellungen an und wurde bewusst so wiedergegeben. Die Bilder dieser Zeitschriften haben eine stark verfremdende Absicht und Wirkung. Sind das Karikaturen?
Karikatur aus:
„Der wahre Jakob:
illustrierte Zeitschrift für Satire, Humor und Unterhaltung“ (1906).
Die Bildüberschrift lautet: „Aus unseren Kolonien“. Unter der Abbildung steht:
„Wenn es doch nichts eingebracht hat und höhere Güter dabei nicht zu holen sind, für die Aufstellung einer Knochenmühle lohnt es sich doch noch.“
Die Karikatur zielte auf die grausame deutsche Kolonialpolitik in Afrika.
© Universitätsbibliothek Heidelberg · https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wj1906/0049/image,info · Alle Rechte vorbehalten
Karikaturen nutzen folgende Ausdrucks- und Gestaltungselemente:
- Übertreibung: Typische Merkmale werden stark verzerrt dargestellt.
- Symbole: Bekannte Bilder oder Gegenstände stehen für Personen, Länder oder Ideen.
- Vergleich: Szenen erinnern an etwas Bekanntes, um die Aussage klarer zu machen.
- Beschriftung: Sprechblasen oder Texte erklären zusätzlich die Bildaussage.
- verzerrte Personendarstellung: Reale Personen sind übertrieben, aber erkennbar gezeichnet.
- Kritik/Ironie: Es steckt meist eine humorvolle oder kritische Botschaft dahinter.
Das Ziel einer Karikatur ist, mit wenigen Mitteln eine klare Meinung zu einem Thema zu zeigen.
Bildebene
- 1Beschreibe die Elemente der Karikatur und ihre Bedeutung.
- 1.1dargestellte Einzelheiten (Objekte, Personen, Symbole, Zeichen)
- 1.2Farbgestaltung (düster, hell, bunt etc.)
- 1.3Herstellungstechnik (Ölgemälde, Stich, Zeichnung, Fotografie etc.)
- 1.4beigefügte Texte (Kommentare, Überschriften, wörtliche Rede von Personen)
- 1.1
- 2Achte auf besondere Kennzeichen einer Karikatur.
- 2.1Übertreibungen (z.B. bei Körpergrößen, Einsatz greller Farben usw.)
- 2.2Verzerrungen (z.B. der Gesichtsausdrücke: unwirkliches Grinsen oder Zornesfalten im Gesicht)
- 2.3Darstellung gefährlicher oder unwirklicher Situationen (Bsp.: Ein Wagen rollt ungebremst auf einen Abgrund zu. Zwei Züge fahren auf dem gleichen Gleis aufeinander zu.)
- 2.4Einseitigkeit und Parteilichkeit (Bsp.: Sympathien für einen einzelnen Menschen oder Gruppen von Menschen durch Nutzung von Hell-Dunkel-Darstellungen)
- 2.1
- 3Untersuche Bildaufteilung und -strukturen.
- 3.1Untersuche die Bildaufteilung (Nutzung von Bildzentrum und Bildrändern; Bildvordergrund und -hintergrund).
- 3.2Arbeite weitere Strukturen des Bildes heraus (Bezüge zwischen den Elementen, Personenbeziehungen, Verhältnis zwischen Personen und Dingen).
- 3.1
Ebene der Geschichte
- 1Sammle Informationen über Auftraggeber, Zeichner und die Veröffentlichung.
- 2Formuliere Absichten und Interessen von Zeichner und Auftraggeber.
Wann und wo wurde die Karikatur veröffentlicht (Zeitung, Zeitschrift, Buch, Internetportal usw.)?Erläutere die Zeitgebundenheit der Karikatur.- 2.1Auf welche Umstände oder Verhältnisse ihrer Zeit nimmt die Karikatur Bezug?
- 2.2Interpretiere die dargestellten Elemente der Karikatur und ihre jeweiligen Verbindungen.
- 2.1
- 3Erläutere die Botschaft der Karikatur.
- 3.1Formuliere die Aussage der Karikatur. Achte dabei auch auf den Zusammenhang von Text und Bild.
- 3.2An wen richtet sich die Karikatur? Wer soll sie sehen und ihre Botschaft verstehen (z.B. politisch interessierte Menschen, bestimmte Berufsgruppen)?
- 3.3Suche nach Reaktionen auf die Karikatur und stelle sie dar.
- 3.1
Ebene von Gegenwart und Zukunft
- 1Welche Wirkung hat die Karikatur auf dich?
- 2Bewerte die Karikatur aus deiner Sicht: Wie stehst du zu ihrer Botschaft?
Marcus Ventzke, Digitale Lernwelten GmbH
