Methode: Filme

Die Stimmung eines Films wird durch eine komplexe Mischung aus unterschiedlichen Elementen erzeugt: Kameraführung, Licht, Schauspieler, Kostüme, Ausstattung, Musik, Geräusche, Spezialeffekte, Schnitt etc. Versuche bei Filmen auf diese Mittel zu achten. Am besten funktioniert das, wenn du nur ganz kurze Ausschnitte mehrmals hintereinander ansiehst. Der Film ist meist zu schnell, um auf viele Dinge gleichzeitig achten zu können.

Geschichte wird immer 'erzählt'. Auch ein Film erzählt. Ein Film hat jedoch andere Mittel zur Verfügung als zum Beispiel ein Text, eine Ausstellung oder eine Homepage. Über den bewussten Einsatz von filmischen Mitteln können Filmemacher Meinungen äußern und bestimmte Ziele verfolgen. Sie können die Gefühle der Zuschauer beeinflussen, sie zum Lachen oder Weinen bringen. Sie haben somit eine große Macht über ihr Publikum. Daher nutzen alle politischen Systeme den Film zu Propagandazwecken. Aber auch die Werbung arbeitet mit denselben Mitteln, um uns zu überzeugen. Auf welchen filmischen Mitteln diese Macht basiert, möchte ich dir im Folgenden genauer zeigen.

1. Kameraposition und -einstellung

Galerie: Kameraposition1 / 3

Um eine Person oder Sache kleiner und unwichtiger zu machen, blickt man mit der Kamera von oben nach unten. Der Blick von oben herab ist somit meist eine negative Wertung. Der Filmemacher kommentiert die abgebildete Person. Er gibt uns Zuschauern eine Botschaft: „Diese Person ist unwichtig, klein, verängstigt, machtlos, vielleicht sogar hinterhältig.“

Kameraposition

Die Positionierung der Kamera kann eine große Aussagekraft haben. Der Filmemacher hat damit die Möglichkeit, die Personen im Film zu kommentieren: Er kann sie groß oder klein, wichtig oder unwichtig machen. Wie das funktioniert, also wie Ober-, Unter- und Normalsichten wirken, wird in der Galerie erklärt.

Galerie: Einstellungsgrößen1 / 6

In der 'Totalen' werden der umgebende Raum und die sich darin befindlichen Personen und Gegenstände gezeigt. Man kann sich orientieren, kann aber die abgebildeten Dinge nicht genauer erkennen. In dieser Einstellung sieht die Menschenmenge eher klein und unbedeutend aus.

Einstellungsgröße

Mit unterschiedlichen Einstellungsgrößen können unterschiedliche Dinge erzählt werden. Auch mit diesem filmischen Mittel ist es möglich, Einfluss auf die Aussage des Films zu nehmen. Zudem ist es möglich, viele Emotionen in den Film zu bringen. Was damit gemeint ist, kannst du in der Galerie zu den Einstellungsgrößen erfahren.

2. Musik und Ton

Musik und Geräusche im Film beeinflussen die Gefühle der Zuschauer in besonderen Maß. Traurige Szenen sind meist mit Streicherklängen unterlegt, Actionszenen mit harter Elektro- oder Rockmusik. Achtet bei folgendem Filmausschnitt darauf, wie die Musik die Szene beeinflusst. Welche Wirkung entsteht?

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ТЕЛЕВИЗОР

3. Text im Film

Es gibt unterschiedliche Arten von Text im Film: Text, den die Schauspieler sprechen, Text, den ein Erzähler spricht oder Text, der in Musik vorkommt. Mit den unterschiedlichen Textarten können unterschiedliche Aussagen getroffen werden. So ist ein Sprecher, der nicht im Bild zu sehen ist, meist ein allwissender Erzähler. Da er alles weiß, ist er auch besonders glaubwürdig. Alle Texte im Film können gezielt eine Botschaft an den Zuschauer formulieren.

4. Ausstattung und Beleuchtung

Galerie: Ausstattung und Beleuchtung1 / 10

Szene 1.1

Mit nur wenigen Veränderungen kann der Filmemacher einer Szene eine völlig andere Aussage geben. In der Galerie kannst du dir die gleiche Szene zweimal ansehen. Die beiden Szenen unterscheiden sich nur durch andere Beleuchtung und Ausstattung. Die Aussage der Szene ist dennoch eine völlig andere.

5. Ideal zum Üben: filmische Mittel im Propagandafilm

Ernst Thälmann war Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands in der Weimarer Republik.

Besonders offensichtlich sind die Absichten hinter den filmischen Mitteln in Propagandafilmen. Auf YouTube findest du die letzte Szene aus dem Film „Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse“. In diesem Ausschnitt werden von den Filmemachern unterschiedliche Mittel eingesetzt, um bestimmte Aussagen zu treffen. Die Symbole werden im Film jeweils oben links eingeblendet, um dir zu zeigen, dass gerade das entsprechende filmische Mittel eingesetzt wird. Achte bitte darauf, wie diese Mittel benutzt werden, um politische Aussagen zu treffen.

Der Film „Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse“ ist ein Film aus der DDR, der 1955 unter der Regie von Kurt Maetzig entstand. Das Werk wird als einer der wichtigsten Propagandafilme der DDR gewertet. Ernst Thälmann (*1886, † 1944 im KZ Buchenwald) war in der Weimarer Republik von 1924 bis 1933 Mitglied des Reichstages sowie von 1925 bis 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). 1933 wurde er verhaftet und 1944 nach elf Jahren Isolationshaft auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.

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Abschlusszene des DDR-Propagandafilms "Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse"

„Blaue Wimpel im Sommerwind“ – ein Propagandafilm aus der DDR-Zeit

ТЕЛЕВИЗОР

DDR-Propagandafilm über das angeblich sorgenfreie Leben von Kindern und Jugendlichen in der DDR. Der Film "Blaue Wimpel im Sommerwind" erschien 1952. Der Film geriet nach der Friedlichen Revolution in der DDR 1989 in Vergessenheit, erfreut sich jedoch neuerdings wieder größerer Beliebtheit.

Der Film wurde in den ersten Jahren der DDR produziert. Er hat eine Länge von 52 Minuten. Regie führte Herbert Ballmann. Er entstand im DEFA-Studio für Dokumentarfilme.

Die nach der Wende gegründete DEFA-Stiftung, die sich um das filmische Erbe der DEFA kümmert, schriebt zu diesem Film:
„Allein durch die pathetische Kommentierung, aber auch durch die vorgenommene Bild- und Schnittfolge wird erkennbar, dass die Jugend der DDR gelobt, im Kampf für die Errichtung eines einheitlichen, friedliebenden und demokratisch unabhängigen Deutschlands ihre ganze Kraft einzusetzen.“

In der SED-Partiezeitung „Neues Deutschland“ schrieb Rosemarie Rehahn am 13. Dezember 1952:
„Ein großes Lob dem Kameramann. Seine Fotografie ist voller Poesie, voller Einfälle und technisch meisterhaft. Nicht zuletzt dank seiner Kunst wird die schöne deutsche Landschaft in diesem Film zum lebendigen Element. Sie offenbart dem Zuschauer Reize, die er vielleicht bisher übersah und weckt die Liebe zur Heimat, in der so sanft gewellte grüne Hügel, so verträumte Flüßchen, so hochragende Felsen, so weißen Strand, so weites, blaues Meer gibt.“

https://www.youtube.com/watch?v=nczfrw4Xu9A

Zitate:
„Blaue Wimpel im Sommerwind“ bei defa-stiftung.de, abgerufen am 7. September 2023.
Neues Deutschland vom 13. Dezember 1952, S. 3.