Vertiefung 2.1: Was ist eigentlich deutsch?

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Manchmal hört man Leute Sätze wie diesen sagen: 'Deutscher kann man nicht werden. Deutscher ist man oder man ist es nicht.' Mit dem Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ist man in den Augen vieler alteingesessener Deutscher noch lange kein richtiger Deutscher. Das kann man auch an Fragen wie 'Aber wo kommst du eigentlich her?' oder an dem Begriff 'Deutscher mit Migrationshintergrund' erkennen. Man braucht also mehr als einen deutschen Pass, um als 'deutsch' zu gelten. Was sind das für Dinge, die zu einem 'echten Deutschen' gehören? Und warum fällt es vielen Deutschen so schwer zu akzeptieren, dass aus Einwanderern und ihren Kindern echte Deutsche werden können?

Nordrhein-Westfalen

Kernlehrplan für die Sekundarstufe I und II Gymnasium in Nordrhein-Westfalen
Sek I: KLP
Sek II: Entwurf 2025 und KLP 2013
kapitelspezifisch
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Sachsen

Lehrplan Geschichte Gymnasium, 2004, 2007, 2009, 2011, 2019 in Sachsen
Sek I/II: Lehrplan Geschichte
kapitelspezifisch
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  • Klasse 11/12 GK, Wahlbereich 5: Ausdrucksformen nationalen Selbstverständnisses – Die Wirkung von Mythen
    (Weitere thematische Bezüge in diesen Kapiteln:
    Stereotypen zu Deutschsein und Russischsein: Vertiefung 2.1, Vertiefung 2.2)
  • Klasse 11/12 GK, Wahlbereich 6: Ausdrucksformen nationalen Selbstverständnisses – Die Bedeutung von Feindbildern
    (Weitere thematische Bezüge in diesen Kapiteln: Vertiefung 2.4, Vertiefung 2.5)
  • Klasse 12 LK, Lernbereich 1: Herausforderung „Frieden“ – Die Suche nach dauerhaft friedlichem Zusammenleben
    (Weitere thematische Bezüge in diesen Kapiteln:
    Gemeinsamkeiten, Entfremdung: Vertiefung 2.4, Vertiefung 2.5)

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns damit, was als deutsch wahrgenommen wird. Dabei stellen wir nicht dar, wie man deutsch zu sein hat, sondern zeigen Vorstellungen und z. T. auch Vorurteile darüber , was von außen betrachtet als deutsch gilt.

Übersicht Kapitelinhalte

Vorstellungen und Vorurteile

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Im Folgenden sind ein paar Vorstellungen und Vorurteile zusammengestellt, die in den Köpfen vieler Deutscher über das Deutschsein existieren. Ich möchte nicht behaupten, dass alle diese Vorurteile von allen Deutschen geteilt werden. Aber es gibt sie, und Menschen, die irgendwie anders aussehen, klingen oder wirken, werden regelmäßig mit ihnen konfrontiert.

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Deutsch ist, wer deutsche Vorfahren hat.

Achtung - Fiktiv! Diese Aussagen spiegeln nicht unsere Überzeugung wider.

„Die Deutschen sind eine Abstammungsgemeinschaft. Deutsche werden geboren, und zwar von deutschen Eltern. Seit 1999 werden zwar von deutschen Behörden deutsche Pässe an Ausländer ausgestellt, aber dadurch werden diese Menschen doch nicht zu echten Deutschen. Deutsch kann man nicht von einer Behörde gemacht werden.“

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Dass die Vorfahren wichtig für die eigene Identität sind, kennt man vor allem aus dem Adel. Hier bedeutete die Frage: „Wer bist du?“ immer auch: „Von wem stammst du ab?“ Deshalb gaben sich Adelige immer große Mühe, die eigene Abstammung bis weit in die Vergangenheit hinein belegen zu können. Das geschah zum Beispiel mit einer Ahnentafel wie dieser: Mit dieser Tafel ließ Augusta Charlotta Sophia von Plessen 1774 ihre adelige Abstammung bis in die vierte Generation darstellen.

Deutsch ist, wer deutsch aussieht.

Achtung - Fiktiv! Diese Aussagen spiegeln nicht unsere Überzeugung wider.

„Er muss ja nicht unbedingt blond und blauäugig sein, aber ein echter Deutscher hat keine dunkle Haut oder schmale Augen. Wenn die Haare zu kraus und die Wangenknochen zu hoch sind, dann habe ich keinen Deutschen, sondern einen Ausländer vor mir – ganz gleich, was in seinem Pass steht.“

Kann jemand tatsächlich deutscher aussehen als andere?

Deutsch ist, wer einen deutschen Namen hat.

Achtung - Fiktiv! Diese Aussagen spiegeln nicht unsere Überzeugung wider.

„Es gibt Ausnahmen: Nicht jeder muss Christian Schmidt oder Anja Lehmann heißen. Bei Vornamen geht auch ein Kevin oder eine Chantalle, bei Nachnamen ein de Maizière oder ein Kuschinsky. Aber bei bestimmten Namen ist dann Schluss: Bülent oder Fereshda, Yücel oder M'Boko – wer so heißt, der kann kein wirklicher Deutscher sein.“

Ein typisches Klingelschild in einer deutschen Großstadt. Welche Namen sind denn nun typisch deutsch?

Deutsch ist, wer ein anständiges Deutsch spricht.

Achtung - Fiktiv! Diese Aussagen spiegeln nicht unsere Überzeugung wider.

„Gleich vorweg: Mit anständigem Deutsch ist kein Dialekt gemeint. Man trifft in Bayern, Sachsen oder Hessen viele Leute, die nur wenig Hochdeutsch können. Aber diese Leute sprechen ihren Heimatdialekt und sind dadurch besonders deutsch. Wenn ich aber jemanden bei häufigen Grammatikfehlern, bei seltsamen Betonungen oder einem untypisch rollenden R erwische, dann weiß ich, dass der kein richtiger Deutscher sein kann.“

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Auch die 'echten Deutschen' haben mit der deutschen Sprache ja manchmal ihre Probleme. Ein gutes Beispiel ist der sogenannte 'Deppenapostroph', also ein ' an einer Stelle, an der es nicht hingehört.

Deutsch ist, wer sich an deutsche Regeln hält.

Achtung - Fiktiv! Diese Aussagen spiegeln nicht unsere Überzeugung wider.

„Wir haben hier in Deutschland ein paar Regeln, an die sich jeder halten muss, damit das Zusammenleben gut funktioniert: Wir halten die Mittagsruhe ein, trennen den Müll, pflegen unseren Garten, fegen den Gehweg und die Treppe. Wer sich daran nicht hält, macht nicht nur Probleme, sondern steht auch im Verdacht, nicht wirklich dazuzugehören.“

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Für viele Besucher Deutschlands stellt das eine echte Kuriosität dar: Raucherzonen auf deutschen Bahnsteigen. Die Vorstellung, dass das Übertreten einer gelben Linie mit einer brennenden Zigarette in der Hand ein Vergehen darstellt, ist sicher nicht sofort jedem Menschen klar. Andererseits ist der Grundgedanke, Raucher und Nichtraucher räumlich zu trennen, um ungewolltes Passivrauchen zu vermeiden, natürlich vernünftig.

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AufgabeBegriffe prüfen
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    Recherchiere im Netz nach der Funktion von Vorurteilen im Denken und Handeln von Menschen. Du kannst dich zum Beispiel hier über Vorurteile informieren.
  2. 2
    Notiere stichpunktartig die Schwächen und Stärken von Vorurteilen in einer Tabelle.
  3. 3
    Suche aus den Texten 1-5 in Element 3 mindestens zwei aus, auf die du diese Schwächen und Stärken beziehst.
    Notiere deine Ergebnisse wiederum in einer Tabelle

Die Sache mit der Leitkultur

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Immer wieder, wenn in Medien und Politik das Thema Integration diskutiert wird, taucht der Begriff 'Leitkultur' auf. Dabei geht es meistens um die Frage, was nötig ist, um in Deutschland richtig dazuzugehören. Und dabei wird sehr oft dargelegt, dass es nicht genüge, die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben, deutsch zu sprechen und sich an die deutschen Gesetze zu halten. Um wirklich integriert zu sein, müsse man sich auch an eine deutsche Leitkultur anpassen. Aber was ist das eigentlich, eine deutsche Leitkultur?

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: Bassam Tibi, Europa ohne Identität, S. 154, btb Verlag

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Ich will mit ei­ni­gen The­sen zu einer Dis­kus­si­on ein­la­den über eine Leit­kul­tur für Deutsch­land.

1. Wir legen Wert auf ei­ni­ge so­zia­le Ge­wohn­hei­ten, nicht weil sie In­halt, son­dern weil sie Aus­druck einer be­stimm­ten Hal­tung sind: Wir sagen un­se­ren Namen. Wir geben uns zur Be­grü­ßung die Hand. […]

2. Wir sehen Bil­dung und Er­zie­hung als Wert und nicht al­lein als In­stru­ment. Schü­ler ler­nen – manch­mal zu ihrem Un­ver­ständ­nis – auch das, was sie im spä­te­ren Be­rufs­le­ben wenig brau­chen. […]

3. Wir sehen Leis­tung als etwas an, auf das jeder Ein­zel­ne stolz sein kann. Über­all: im Sport, in der Ge­sell­schaft, in der Wis­sen­schaft, in der Po­li­tik oder in der Wirt­schaft. […]

4. Wir sind Erben un­se­rer Ge­schich­te mit all ihren Höhen und Tie­fen. Un­se­re Ver­gan­gen­heit prägt un­se­re Ge­gen­wart und un­se­re Kul­tur. […]

5. Wir sind Kul­tur­na­ti­on. Kaum ein Land ist so ge­prägt von Kul­tur und Phi­lo­so­phie wie Deutsch­land. Deutsch­land hat gro­ßen Ein­fluss auf die kul­tu­rel­le Ent­wick­lung der gan­zen Welt ge­nom­men. Bach und Goe­the „ge­hö­ren“ der gan­zen Welt und waren Deut­sche. Wir haben unser ei­ge­nes Ver­ständ­nis vom Stel­len­wert der Kul­tur in un­se­rer Ge­sell­schaft. […]

6. In un­se­rem Land ist Re­li­gi­on Kitt und nicht Keil der Ge­sell­schaft. Dafür ste­hen in un­se­rem Land die Kir­chen mit ihrem un­er­müd­li­chen Ein­satz für die Ge­sell­schaft. […]

7. Wir haben in un­se­rem Land eine Zi­vil­kul­tur bei der Re­ge­lung von Kon­flik­ten. Der Kom­pro­miss ist kon­sti­tu­tiv für die De­mo­kra­tie und unser Land. Viel­leicht sind wir stär­ker eine kon­sens­ori­en­tier­te Ge­sell­schaft als an­de­re Ge­sell­schaf­ten des Wes­tens. […]

8. Wir sind auf­ge­klär­te Pa­trio­ten. Ein auf­ge­klär­ter Pa­tri­ot liebt sein Land und hasst nicht an­de­re. Auch wir Deut­schen kön­nen es sein. […]

9. Unser Land hatte viele Zä­su­ren zu be­wäl­ti­gen. Ei­ni­ge davon waren mit Grund­ent­schei­dun­gen ver­bun­den. Eine der wich­tigs­ten lau­tet: Wir sind Teil des Wes­tens. Kul­tu­rell, geis­tig und po­li­tisch. […]

10. Wir haben ein ge­mein­sa­mes kol­lek­ti­ves Ge­dächt­nis für Orte und Er­in­ne­run­gen. Das Bran­den­bur­ger Tor und der 9. No­vem­ber sind zum Bei­spiel ein Teil sol­cher kol­lek­ti­ven Er­in­ne­run­gen. Oder auch der Ge­winn der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten. Re­gio­na­les kommt hinzu: Kar­ne­val, Volks­fes­te. Die hei­mat­li­che Ver­wur­ze­lung, die Markt­plät­ze un­se­rer Städ­te. […]

Leit­kul­tur für Deutsch­land – was ist das ei­gent­lich? Gastbeitrag von Thomas de Maizière in: Die Zeit, 30.04.2017, https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/thomas-demaiziere-innenminister-leitkultur/seite-2 [15.01.2025].

Leitkultur?

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Die Bratwurst ist in Deutschland sehr beliebt – aber gehört sie damit zur 'Leitkultur'?

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Der Begriff 'Leitkultur' ist problematisch, da in einer Gesellschaft niemals alle Menschen der gleichen Meinung zu einem Thema sind: Dies fängt bereits bei so einfachen Dingen an, ob Pizza oder Nudeln das beste Gericht ist oder welche Farbe nun die schönste ist.

Es betrifft aber auch Fragen, die die Kultur einer Gesellschaft prägen: Wie soll Wohlstand verteilt werden? Einige Menschen sind der Meinung, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Andere hingegen finden, dass es eine Gerechtigkeit bei der Verteilung von Wohlstand braucht, damit jeder das hat, was er zum Leben benötigt. Oder auch: Wie geordnet muss es zugehen? Muss alles mit Gesetzen und Verordnungen bestimmt sein oder vertraut man auf die Menschen und lässt ihnen Freiheiten? Wie steht eine Gesellschaft zur Pünktlichkeit - ist es vollkommen okay, sich zu verspäten oder sollten sich alle an einen vereinbarten Zeitpunkt halten?

All diese Fragen beantwortet jede Gesellschaft und jedes in dieser Gesellschaft lebende Individuum für sich selbst. Daher ist es gar nicht möglich, dass alle eine gleiche Ansicht über die Kultur - die Leitkultur - haben.

Sabrina Kölbel, Digitale Lernwelten

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Hinweis: Die folgenden Ansichten sind fiktiv. Sie stellen also nicht die Meinung der Autorin dar. Die Autorin beschreibt mit ihren Worten die Vorurteile, die es im Ausland manchmal gibt.

Wir haben uns bereits mit Vorurteilen gegenüber Deutschen beschäftigt. „Typisch deutsch“ kann aber auch etwas Positives sein. Fragt man Menschen aus aller Welt – die Deutschland besucht haben – was für sie denn „typisch deutsch“ ist, bekommt man auch lustige und ungewöhnliche Antworten. Oft sind es Dinge, über die sich diese Menschen bei ihrem Besuch in Deutschland gewundert haben.

„Typisch deutsch“ ist dann:

  • Reinigungskräfte, die einmal die Woche im Haus putzen. Viele Ausländer sind es gewöhnt, dass die Reinigungskraft häufiger anwesend ist und teilweise in die Familie integriert wird.
  • Personalisierte Balkone. Die Deutschen kümmern sich sehr um ihre Balkone und machen sie zu Wohlfühlorten mit vielen Pflanzen und Sitzgelegenheiten.
  • Ampeln. Diese gibt es zwar fast überall auf der Welt, aber die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie sich sehr genau an die Ampeln halten und nicht bei Rot über die Straße gehen.
  • Die Verwendung der Deutschlandflagge. Die Nationalflaggen sind in vielen Ländern im Alltag präsent, in Deutschland nur zu speziellen Gelegenheiten oder beim Fußball.
  • Feiertage. Davon gibt es erstaunlich viele und die Deutschen scheinen sie auch wirklich zu feiern. Wobei die Art und Weise der Feierlichkeiten häufig für Verwunderung sorgt.
  • Pfandflaschen. Die gibt es in den meisten anderen Ländern nicht, viele finden das System aber gut und würden es sich auch zu Hause in ihrem Land wünschen.
  • Sehr schnelles Autofahren. Die deutschen Autobahnen sind weithin bekannt. An manchen Grenzen machen die Menschen Tagesausflüge, um auf der Autobahn in Deutschland rasen zu können.
  • Langes Klatschen. Bei Konzerten klatschen wir erst zum Schluss. Dafür aber sehr lange und ausgiebig.

Fiona Enzinger, Digitale Lernwelten

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AufgabeBegriffe begründet anwenden

Suche im Internet nach „Liam Carpenter“ und sieh dir ein paar seiner Videos zu typisch deutschen Verhaltensweisen an.

  1. 1
    Arbeite die Merkmale für „typisch“ Deutsches„ heraus.
  2. 2
    Bewerte diese Merkmale.

Ist Deutschland ein Nationalstaat?

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Manchmal werden bei uns Eigenschaften und Verhaltensweisen für das Dazugehören von Menschen zur deutschen Gesellschaft gefordert, die gar nicht so gut zu einem modernen Nationalstaat passen. Da geht es dann etwa um die Kleidung von Menschen, ihre Lebensweisen und Religionen.

Die Bürger eines modernen Nationalstaats definieren sich jedoch über ihre Staatsbürgerschaft und über ihr Bekenntnis zur Verfassung. In Deutschland scheint es bei Diskussionen über das, was unser Zusammenleben ausmacht, aber mitunter mehr um die persönliche Abstammung von Menschen und um ein Bekenntnis zu einer bestimmten kulturellen Tradition zu gehen.

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Die Idee einer Nation orientierte sich in Deutschland traditionell an einer ethnischen Gemeinschaft. Die Organisation des Staates basierte auf dem sogenannten ethnischen Nationalismus, der sich durch gemeinsame Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gemeinschaft auszeichnet. Die Abgrenzung nach außen soll dabei sowohl auf ethnischer als auch auf staatlicher Ebene möglichst gleich sein.

ethnische Gemeinschaft: Eine ethnische Gemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die sich vor allem durch gemeinsame Abstammung und geteilte Kultur als zusammengehörig empfinden.

Fiona Enzinger, Digitale Lernwelten

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AufgabeGrafiken und Karikaturen untersuchen
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    In dem Bild 'Was braucht es, um wirklich deutsch zu sein?' hat unser Grafiker drei Möglichkeiten dargestellt, wie man Deutschsein begründen kann.
    Formuliere für jedes der dargestellten Männchen einen Satz: „Ich bin deutsch, weil ich ...“
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    Finde weitere Sätze, mit denen man das eigene Deutschsein begründen kann.
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    Welche Begründung erscheint dir am besten? Begründe deine Antwort und diskutiere sie in der Klasse.