Vertiefung 1.3 Heimat und Identität
Heimat hat damit zu tun, woher ich komme und wohin ich mich sehne. Meine Heimat ist ein Teil von mir. Sie hat mich geprägt und prägt mich vielleicht noch immer. Heimat ist also ein wichtiger Teil meiner Identität. Wie macht sie das, die Heimat? Wie schafft sie es, mich zu prägen? Und was ist das überhaupt: Heimat? Hat jeder eine und hat jeder nur eine Heimat? Ist sie ein Ort, ein Gefühl, eine Sehnsucht?
Nordrhein-Westfalen
Kernlehrplan für die Sekundarstufe I und II Gymnasium in Nordrhein-Westfalen
Sek I: KLP
Sek II: Entwurf 2025 und KLP 2013
kapitelspezifisch:
- Sek II Einführungsphase: Inhaltsfeld 3
„Menschenrechte in historischer Perspektive“
(Weitere thematische Bezüge in anderen Kapiteln: Vertiefung 1.1, Vertiefung 1.2, Vertiefung 1.3, Vertiefung 1.4, Vertiefung 1.5, Vertiefung 1.6)
Sachsen
Lehrplan Geschichte Gymnasium in Sachsen (2004, 2007, 2009, 2011, 2019)
Sek I/II: Lehrplan Geschichte
kapitelspezifisch:
- Klasse 11/12 GK, Wahlbereich 4: Ausdrucksformen nationalen Selbstverständnisses – Die Frage nach der Nation
(Weitere thematische Bezüge in anderen Kapiteln:
Identität: Vertiefung 1.1, Vertiefung 1.2, Vertiefung 1.3,
Heimat: Vertiefung 1.3, Vertiefung 1.4,
Alltagskultur, z. B. Kleidung und Essen: Vertiefung 1.4, Vertiefung 1.5, Vertiefung 1.6) - Klasse 12 LK, Lernbereich 2: Formen von Geschichtskultur und Identitätsbildung
(Weitere thematische Bezüge in anderen Kapiteln:
Identität/Gruppenidentität: Vertiefung 1.1, Vertiefung 1.2,
Heimat und Identität: Vertiefung 1.3,
Interviewanalyse: Vertiefung 1.6)
In diesem Kapitel sehen wir uns an, wie und warum unsere Heimat uns prägt. Dann stellen wir die Frage, was ein Verlust der Heimat bedeutet und ob man sich eine neue Heimat erarbeiten kann.
Übersicht Kapitelinhalte
Was ist Heimat? Eine kleine Sammlung

© Chris Liebscher, Digitale Lernwelten GmbH · Alle Rechte vorbehalten
Home is
where your heart is.
Englisches Sprichwort

Urheber: Anton Graff · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Gottfried_Herder_2.jpg · PD
Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.
Johann Gottfried Herder, deutscher Dichter und Philosoph (1744–1803)

Urheber: Unknown photographer · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kafka.jpg · PD
Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen.
Der aus Prag stammende Schriftsteller Franz Kafka (1883–1924)

Urheber: United Nations Development Programme in Europe and CIS · https://www.flickr.com/photos/undpeuropeandcis/7554302314 · CC BY-SA 2.0
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer, unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald. Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde und die Fische im Fluss sind die Heimat.
Text eines Liedes der DDR-Pioniere

Urheber: Published by Asylum Records. Photographer uncredited and unknown. · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tom_Waits_(1974–75_Asylum_publicity_photo_-_headshot).jpg?uselang=de · PD
Well I don't need anybody, because I learned, I learned to be alone.
Well I said anywhere, anywhere, anywhere I lay my head, boys,
well I gonna call my home.
Songtext des US-amerikanischen Musikers Tom Waits
Beschreibe, was „Heimat“ für dich bedeutet. Benutze dabei höchstens drei Sätze.
Heimat – ein Ort?

Urheber: hotzeplotz · https://www.flickr.com/photos/hotzeplotz/2705216451/in/photolist-583WAX · CC BY-SA 2.0
Eine weit verbreitete Definition von Heimat lautet: Heimat ist der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist. Das ist eine naheliegende und leicht verständliche Beschreibung. Das Zimmer, in dem wir als Kind geschlafen haben, der Garten, in dem wir gespielt haben, die Stadt, in der wir unsere ersten Freunde getroffen haben – all das bleibt uns ein Leben lang in Erinnerung.
Darüber hinaus neigen die meisten Menschen zu Nostalgie, das heißt, je älter sie werden, desto mehr sehen sie ihre frühen Erfahrungen und Erlebnisse positiv. Die Kindheit erscheint so den meisten Menschen im Nachhinein als eine Zeit der Sicherheit und des Glücks. Die Sorgen und Probleme des Erwachsenseins verdrängen sie eher. Deshalb verbinden sie auch mit dem Ort, an dem diese Erfahrungen stattgefunden haben, positive, heimatliche Gefühle.
Heimatorte aus der Kindheit



Heimatorte aus der Kindheit kann man gut daran erkennen, dass man, wenn man sie später wieder besucht, ein 'nostalgisches' Gefühl bekommt. Ein solches Gefühl kriegen Erwachsene oft, wenn sie in ihrem Elternhaus in ihrem alten Kinderzimmer stehen,
oder bei einem Waldspaziergang an ihrem alten Lieblingsspielplatz vorbeikommen,
oder ihre alte Grundschule besuchen – vorausgesetzt, sie hatten an dieser Schule genug schöne Momente erlebt.
Urheber: Sunrise · https://pixabay.com/de/photos/kinder-spiele-kissenschlacht-5022338/ · Pixabay.com - Lizenz
Urheber: Katav · https://pixabay.com/de/photos/sommer-pfad-wald-straße-bergauf-1760571/ · Pixabay.com - Lizenz
Urheber: Jivee Blau · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Guntersblum-_Carl-Küstner-Grundschule-_von_Schulhof_aus_26.1.2009.JPG · CC BY-SA 3.0
Heimat und Migration – kann man mehrere Heimaten haben?
Für einen Menschen, der dort lebt, wo er geboren und aufgewachsen ist, ist die Frage nach seiner Heimat also meistens leicht zu beantworten. Wenn der Mensch seinen Geburtsort aber irgendwann für längere Zeit verlässt, wird es kompliziert. Die alte Heimat behält er in seinen Gedanken und Erinnerungen. Aber was macht er mit dem Ort, an den er gezogen ist?
Wenn er Glück hat, wird er auch dort schöne Erlebnisse haben, Freunde finden, sich ein Heim schaffen. Dafür verwendet man dann Begriffe wie 'angekommen sein', 'Wahlheimat' oder 'aufgenommen werden'. Und das bedeutet vielleicht tatsächlich, dass zur ursprünglichen Heimat eine zweite Heimat hinzugekommen ist.
Hat der Mensch aber Pech, so wird er nicht akzeptiert und findet keinen Zugang zu seinen Mitmenschen. Dann spricht man eher von 'Exil', 'Fremde' oder 'draußen bleiben'. Und in so einem Fall wird der betroffene Mensch seine ursprüngliche Heimat oft umso positiver sehen. Im Gegensatz zum neuen Aufenthaltsort bietet ihm dann die Erinnerung an seine frühere Heimat schöne Gefühle.
Beispiele berühmter Personen, die eine zweite Heimat gefunden haben

Urheber: René Spitz · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1955_01-Oct_HansGConrad_Portrait-WalterGropius_HfGUlm-Opening.jpg · CC BY-SA 3.0

Urheber: Anonym · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nelly_Sachs_1910.jpg?uselang=de · PD

Urheber: Kunst Salon Pictzner · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stefan_Zweig_1900_cropped.jpg · PD
Stell dir vor, du würdest deine Heimat, dein vertrautes Umfeld verlassen müssen. Beschreibe kurz, was du vermissen und worauf du dich freuen würdest.
Hast du in deiner persönlichen Geschichte bereits die Erfahrung gemacht, dass du deine Heimat verlassen musstest, beschreibe aus deiner Erfahrung.
Manchmal empfinden Menschen auch einen Ort als Heimat, an dem sie selbst nie gelebt haben. Diese Menschen gehören dann meistens einer Gruppe an, die vor mehreren Generationen einen bestimmten Ort verlassen hat oder verlassen musste. Dieser Ort bleibt dann in der Erinnerung der Gruppe als Heimat bestehen. Man nennt das kollektive Erinnerung. Erzählungen, Erfahrungen und Erinnerungen der eigenen Vorfahren von diesem Ort werden innerhalb der Gruppe weitergegeben.
Ein Beispiel: die Juden in der Diaspora
Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurden die Juden von den Römern aus Jerusalem und dem Gebiet des heutigen Staates Israel vertrieben. Seitdem lebten sie über die Welt verteilt in der Diaspora. (Diaspora ist das griechische Wort für Zerstreuung.) In den folgenden knapp zweitausend Jahren behielten sie aber ein Gefühl für Israel als ihre eigentliche Heimat. Viele Juden kannten das Land nur aus uralten Erzählungen und ihren religiösen Texten. Dennoch beendeten sie religiöse Feste wie Pessach und Yom Kippur mit dem Ausspruch „L'Shana Haba'ah B'Yerushalayim“ – „Nächstes Jahr in Jerusalem“. Das Gefühl für die Heimat blieb so stark, dass sich im 19. Jahrhundert die Bewegung des Zionismus bildete. (Der Hügel, auf dem Jerusalem gebaut wurde, heißt Zion.) Das Ziel der Bewegung war es, Israel wieder zur Heimat der Juden zu machen. Nach dem Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden wurde dieses Ziel im Jahr 1948 mit der Staatsgründung Israels erreicht.
Lukas Epperlein, Digitale Lernwelten GmbH
Heimat – ein Gefühl?
Man kann Heimat aber noch anders verstehen. Sie kann mehr sein als der Ort, aus dem man stammt. Heimat kann auch eine Sprache, ein Dialekt, ein Lied sein. Sie kann der Geschmack eines Essens sein (siehe Kapitel 1.4), ein Spiel oder eine alltägliche Gewohnheit. Wichtig ist nur, dass wir mit der jeweiligen Sache positive Erinnerungen an ein heimatliches Zuhause verbinden. Heimat lässt sich also an unterschiedliche Orte mitnehmen.
Ich kann an einem anderen Ort das Essen zubereiten, das mir meine Mutter immer gekocht hat. Und es ist überall möglich, Menschen zu treffen, die den Dialekt meiner Eltern sprechen.
Mit diesem Gefühl von Heimat hat es sicher auch zu tun, dass Migranten oft gemeinsam eine Gruppe bilden. Sie suchen dann zum Beispiel Menschen, die aus der gleichen Gegend stammen. Und untereinander sprechen sie dann vielleicht auch weiter ihre Sprache. Zum Heimatgefühl kann auch beitragen, im Internet oder mit Satellitenfernsehen die Spiele der heimatlichen Fußballmannschaft anzuschauen. All das erzeugt ein Gefühl von Heimat, auch wenn diese Heimat mehrere tausend Kilometer entfernt liegt.
Gefühlte Heimat




Um an ihre 'heimatlichen' Nahrungsmittel und Einrichtungsgegenstände zu kommen, haben Migranten oft spezielle Läden. Diese bieten die Produkte aus der ursprünglichen Herkunftsregion an. Hier zu sehen ist ein russischer Supermarkt in Berlin. Ähnliche Läden gibt es auch für ostasiatische, arabische und türkische Produkte.
Der Sri Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm ist der größte Hindu-Tempel Deutschlands. Bei dem jährlich stattfindenden Tempelfest besuchen ihn bis zu 15.000 Menschen.
Eine Verbindung in die Heimat: Über Satellitenfernsehen können sich Migranten Nachrichten, TV-Serien und Sportereignisse aus ihrer Heimat ins eigene Wohnzimmer holen. Das Foto wurde in Neukölln gemacht, einem Berliner Stadtteil, in dem viele Migranten leben.
Singen, Tanzen, Brauchtumspflege – auch dabei kann man die eigene Heimat spüren. Das Foto zeigt die 'Concord Singers' aus New Ulm, Minnesota (USA). Die Nachfahren deutscher Einwanderer pflegen hier bis heute deutsches Liedgut und deutsche Trachten.
Urheber: Saalebaer · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Intermarkt_Stolitschniy_in_Berlin.JPG · CC 0.0
Urheber: nomo/michael hoefner · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Sri_Kamadchi_Ampal_temple_6039530.jpg&oldid=949442044 · CC BY-SA 3.0
Urheber: Georg Slickers · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Berlin-neukoelln_satellite-dishes_20050314_p1010596.jpg&oldid=852946314 · CC BY-SA 2.0
Urheber: Flip Schulke · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:GROUP_PHOTOGRAPH_OF_THE_CONCORD_SINGERS,_MEMBERS_OF_THE_COMMUNITY_OF_NEW_ULM,_MINNESOTA,_WHO_SPECIALIZE_IN_GERMAN..._-_NARA_-_558260.jpg · PD
Heimat im Film
Wenn Migrantengruppen zu viel Zeit miteinander verbringen, wird die Mehrheitsgesellschaft oft misstrauisch. Es heißt dann schnell: 'Die schotten sich ab.'; 'Die wollen sich nicht integrieren.'; 'Die weigern sich, unsere Sprache zu sprechen' oder: 'Die bilden eine Parallelgesellschaft'.
Parallelgesellschaften können ein Problem für den gesellschaftlichen Frieden und Zusammenhalt darstellen. Wenn ein Teil der in einem Land lebenden Menschen nicht mit dem Rest der Bevölkerung sprechen kann oder will, dann ist das ein Problem. Und wenn Menschen möglicherweise sogar die Werte der Mehrheit ablehnen, führt das zu Missverständnissen und Konflikten. Innerhalb der sich abschottenden Gruppe kann sich die Erfahrung ausbreiten, chancenlos zu sein. Dann entsteht das Gefühl der Perspektivlosigkeit.
Lukas Epperlein, Digitale Lernwelten GmbH
Russlanddeutsche und Heimat
Fragen zu Heimat und Identität sind bei russlanddeutschen Spätaussiedlern besonders spannend. Als Aussiedler haben sie schon einmal zwei Orte, gegenüber denen sie heimatliche Gefühle haben können: ihren Herkunftsort in der ehemaligen Sowjetunion (v. a. in Russland und Kasachstan) und ihren jetzigen Wohnort in Deutschland. Hinzu kommen aber noch zwei 'alte Heimaten' – die Dörfer im ursprünglichen Siedlungsgebiet der Russlanddeutschen, aus denen sie während des Zweiten Weltkriegs deportiert wurden, und das alte Deutschland, aus dem die Vorfahren einst weggezogen waren.
Heimat Kasachstan




Die Steppe im westlichen Kasachstan
Wälder im Naturschutzgebiet Karkaralinskij, Zentralkasachstan
Sanddüne im Altyn-Emel-Nationalpark in Südostkasachstan
Das auf fast 5.000 Meter ansteigende Talgar-Gebirge im Südosten von Kasachstan
Urheber: Carole a · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Steppe_of_western_Kazakhstan_in_the_early_spring.jpg?uselang=de · CC BY-SA 3.0
Urheber: User:Wassily · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reserve_Karkaraly.jpg?uselang=de · CC BY-SA 3.0
Urheber: Jonas Satkauskas · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Altynemel_dune.jpg?uselang=de · PD
Urheber: Makvlad · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Talgar-mountains.jpg?uselang=de · CC BY-SA 3.0
Und noch ein anderes Merkmal zieht sich durch das russlanddeutsche Verhältnis zu Heimat und Identität: Heimat ist den Russlanddeutschen fast nie 'geschenkt' worden. Sie hatten nur selten das Glück, in einen Ort hineingeboren zu werden, an dem sie 'dazugehörten' und wo sie ihr Leben lang bleiben konnten. Heimat musste für Russlanddeutsche meistens erarbeitet werden. Sie mussten Widerstände überwinden, Enttäuschungen ertragen und harte Umstände erdulden. Vielleicht hat gerade diese harte Arbeit die Russlanddeutschen zu Heimat-Experten gemacht.
Russlanddeutsche Heimaten




Die 'alte Heimat': Das Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Leben auf einem deutschen Bauernhof. Aus dieser Welt kamen die meisten der ersten Russlanddeutschen.
Johann Ludwig Ernst Morgenstern (1738–1819), Ein Bauernhof, von 1794.
Die 'alten Dörfer': Das Foto zeigt die Kolonie Darmstadt in der heutigen Ukraine im Jahr 1918. In solchen, von ihnen und ihren Vorfahren errichteten Dörfern, lebten die meisten Russlanddeutschen. 1941 wurden sie jedoch gezwungen, diese Dörfer zu verlassen. Sie wurden in die östlichen Teile der Sowjetunion deportiert.
Mehrere Jahrzehnte lebten die Russlanddeutschen dann in ihren zugewiesenen Gebieten, vor allem in Westsibirien und Kasachstan. Zu sehen ist das Russisch-Deutsche Haus in Barnaul (Altai, Russland).
Als sich die meisten Russlanddeutschen dann Ende des 20. Jahrhunderts entschlossen, nach Deutschland zurückzukehren, wartete dort ein ganz anderes Deutschland auf sie als das, welches ihre Vorfahren verlassen hatten. Das Foto zeigt die Siedlung 'Dammanns Hof' in Harsewinkel (NRW), wo viele Spätaussiedler seit 1988 zunächst untergebracht wurden.
Urheber: Johann Ludwig Ernst Morgenstern · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:1794_Morgenstern_Bauernhof_anagoria.JPG&oldid=947910362 · PD
Urheber: unbekannt · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:1918._The_garden_in_Darmstadt.jpg&oldid=952771310 · PD
Urheber: Brücke-Osteuropa · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Russian-German-House_in_Barnaul.JPG&oldid=470445741 · PD
Urheber: Daniel Brockpähler · https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Harsewinkel_Dammanns_Hof.jpg&oldid=909969442 · CC BY-SA 3.0
Die Bildevaluationsmaschine
- 1Suche nach Adjektiven, die die oben in E15 gezeigten kasachischen Landschaften treffend beschreiben.
- 2Suche dann nach Adjektiven, die die Landschaft in der Umgebung deines Wohnorts beschreiben.
- 3Diskutiert gemeinsam die Frage, wie wichtig Landschaft und Umgebung für ein persönliches Heimatgefühl sind.
In all den Jahren, als eine solche Lösung [eine Wiederherstellung der russlanddeutschen Republik in den alten Siedlungsgebieten an der Wolga] nicht einmal formulierbar gewesen war, hatte die sowjetdeutsche Frustration zu einer wachsenden Sehnsucht nach Rhein und Neckar geführt. Sobald jedoch die oder noch mehr die den Anschein erweckte, der Bann könne gebrochen werden, übte die Wolga für eine Weile wieder eine stärkere Anziehungskraft aus. [...]
So schien die Erneuerung der Wolgarepublik für einen historischen Augenblick die Möglichkeit zu eröffnen, als Sowjetbürger deutscher Nationalität den Zugang zu Menschenrechten und Wohlstandschancen zu erhalten, ohne die Strapazen einer Weltreise von Omsk nach Frankfurt und die Unsicherheit des Neuanfangs in einer fremden Welt auf sich nehmen zu müssen.
Auf der Unterseite zum Thema Heimat findest du einige Interviews, in denen Russlanddeutsche die Frage beantworten, was für sie Heimat bedeutet.
- 1Höre dir die Interviews zum Thema 'Heimat' in der Quelle an.
- 2Welcher Aussage kannst du am ehesten zustimmen? Begründe deine Meinung.
- 3Vergleiche deine Meinung mit deiner Aussage in der Aufgabe am Beginn dieses Kapitels (E3).



